VoIP-CAPI FAQs

Was ist die VoIP-CAPI ?

Die CAPI ist eine, vor allem in Deutschland, sehr häufig verwendete Schnittstelle für ISDN-Applikationen. Ursprünglich bietet Sie eine vereinfachte und standardisierte Schnittstelle zur darunterliegenden ISDN-Protokollsoftware und –Hardware. ISDN und H.323 Call Control sind sich sehr ähnlich und basieren beide auf dem Q.931 Protokoll der ITU-T. Diese Gemeinsamkeiten der beiden Protokolle und die Erfahrungen die bei ikon in zahlreichen Telekommunikationsprojekten gewonnen wurden, bildeten die Grundlagen für die Entwicklung der VoIP-CAPI.

Sie stellt der Applikation die gewohnte CAPI 2.0 Schnittstelle zur Verfügung, verhält sich also wie eine virtuelle ISDN-Karte. Die Übertragung der Daten aber erfolgt jetzt nicht mehr über ISDN, sondern über das IP-Netz (LAN, WAN), durch den VoIP Standard H.323.

Dadurch ist es bereits bestehenden CAPI-basierten ISDN Sprach- und Fax-Applikationen nun möglich, ohne Änderung in der Applikation die Migration zu VoIP durchzuführen. Das darunterliegende Protokoll (ISDN, H.323,...) wird für die Applikation zur Blackbox.

Auch bei neu anstehenden Entwicklungen hilft die VoIP-CAPI, durch Ihre standardisierte CAPI 2.0 Schnittstelle, den Entwicklungsprozess - und damit die so wichtige Time-to-Market - deutlich zu beschleunigen.



Welche Änderungen müssen an einer bestehenden CAPI-basierten Applikation gemacht werden?

Die VoIP-CAPI stellt der Applikation die CAPI 2.0 Schnittstelle zur Verfügung. CAPI-basierte Applikationen sind daher prinzipiell ohne Änderungen mit der VoIP-CAPI einsetzbar. Durch Ihre Teilnahme am VoIP-CAPI-Partnerprogramm stellen wir sogar sicher, dass Ihre Applikation die zugesagten CAPI-Features zukünftig auch in VoIP-Netzen zur Verfügung stellen kann.



Welche CAPI-Features werden von der VoIP-CAPI unterstützt ?

Die VoIP-CAPI unterstützt die grundsätzlichen Funktionalitäten wie Verbindungsauf- und –abbau (aktiv/passiv) für Sprachverbindungen sowie diverse Leistungsmerkmale wie z.B. Call Transfer und Line Interconnect entsprechend der CAPI-Spezifikation.

Darüber hinaus bietet die Faxfunktionalität der VoIP-CAPI Realtime Fax over IP entsprechend der ITU-T Recommendation T.38. Dadurch ist sie gerade im UMS- und Faxserverbereich erste Wahl für die Migration hin zu VoIP und FoIP.



Welche Betriebssysteme unterstützt die VoIP-CAPI?

Derzeit werden Windows NT, Windows 2000 und Windows XP unterstützt. Eine VoIP-CAPI für Linux ist in Planung.



Welche Gateways unterstützt die VoIP-CAPI?

Die VoIP-CAPI ist generell nicht an Gateways bestimmter Hersteller gebunden. Voraussetzung für die Gateways ist die Unterstützung des Standard VoIP-Protokolls H.323. Falls Realtime Faxübertragung für Ihre Applikationen wichtig ist, muss das Gateway auch T.38 unterstützen. Derzeit ist die VoIP-CAPI unter anderem auf Interoperabilität mit Gateways von Cisco und Innovaphone getestet.



Wird für die VoIP-CAPI eine spezielle Hardware benötigt?

Nein, die VoIP-CAPI ist eine hardwareunabhängige Software. Sie setzt mittels Sockets direkt auf TCP/IP und UDP/IP Ports auf. Diese Ports werden von den unterstützten Betriebssystemen (s.o.) bereits zur Verfügung gestellt. Als Hardware dient eine gewöhnliche Netzwerkkarte. ISDN-Hardware, aber auch teure VoIP-Spezialhardware, wird dadurch überflüssig.



Gibt es Referenzinstallationen?

Ja, hier ein kleiner Auszug an erfolgreichen Installationen, von denen einige schon länger als 1 Jahr in Betrieb sind. Von Servonic wird dabei das speziell angepasste "H.323 Connecting Modul" eingesetzt.

Firma

Partner/Software

VoIP-Umfeld

Cema AG, Frankfurt

Servonic

Cisco

Ciba Vision, Grossostheim

CAE

Cisco

EVO-Elektroheizungen, Mietingen

Colima

innovaphone

Getronics, Zürich

CAE

Cisco

Hochschule Bremerhaven

Shamrock

innovaphone

Tebis AG, Martinsried

Servonic

Cisco

Windmöller & Hölscher, Lengerich

Telindus/Shamrock

Cisco

Wolfburg AG, Wolfsburg

CAE

Cisco



Welche VoIP-Protokolle unterstützt die VoIP-CAPI?

Derzeit wird der am meisten verbreitete Standard H.323 unterstützt, inklusive Realtime Faxübertragung nach T.38. Aber auch an andere VoIP-Protokolle ist bereits gedacht. Sollte sich z.B. SIP (Session Initiation Protocol) als zweiter Standard neben H.323 vermehrt etablieren, wird auch SIP durch die VoIP-CAPI unterstützt werden.



Welche Einsparungen bringt der Einsatz der VoIP-CAPI?

Betrachten wir an dieser Stelle kurz die konventionelle Migration zu Voice und Fax over IP: Die bisherige Migration bestehender ISDN-Applikationen zu Voice/Fax over IP war mit erheblichen Kosten verbunden. Zunächst sind hier die Kosten für die Protokollstack-Software anzusetzen (H.323 Protokolle für die Sprachübertragung, T.30/T.38 Subsystem für die Faxübertragung).

Desweiteren müssen die Protokolle natürlich integriert und die Schnittstelle zur bisherigen Applikation angepasst werden. War für Applikationshersteller die Schnittstelle zum darunterliegenden Protokoll bisher mit der CAPI beendet, so muss bei H.323 tiefer eingegriffen werden, da eine vereinfachte Schnittstelle wie die CAPI hier bisher noch nicht vorhanden war. Das erfordert zusätzliches Know-how im Bereich Protokollstacks. Die Integration wird dadurch langwieriger, die Time-to-Market länger, die Gesamtkosten höher.

Die Migration zu VoIP führt aber auch dazu, dass zwei verschiedene Schnittstellen zu den Protokollstacks zu pflegen sind. Auf der einen Seite die CAPI, um ISDN Applikationen abzubilden, auf der anderen Seite die H.323 und Fax-Schnittstellen, um die Voice und Fax over IP Funktionalität zu gewährleisten. 

Die VoIP-CAPI bietet Ihnen deutliche Einsparungen:



Wie kann Zukunftssicherheit im VoIP-Bereich durch die VoIP-CAPI gewährleistet werden, falls künftige Entwicklungen nicht mehr mit der CAPI-Spezifikation abbildbar sein sollten?

Für diesen Fall sieht die CAPI herstellerspezifische Erweiterungen vor (sogenannte Manufacturer-Requests), die dann auch für VoIP-CAPI Erweiterungen genutzt werden können. Gerade auch kundenspezifische Erweiterungen sind dadurch realisierbar.



Warum wurde die VoIP-CAPI als Systemdienst implementiert und nicht als Kernel-Treiber?

Ganz einfache Antwort: weil es funktioniert.

Die Implementierung als Systemdienst auf Basis eines User Mode Prozesses ist einfacher und damit weniger fehleranfällig. Falls dennoch ein Fehler auftritt, kann in aller Regel der Systemdienst neu gestartet werden, da das Betriebssystem noch ganz normal läuft. Dieses fehlertolerante Verhalten gewährleistet also eine hohe Verfügbarkeit des Gesamtsystems.

Andererseits entstehen durch die gewählte Implementierung im praktischen Betrieb keine Nachteile bzgl. der Übertragung von Voice- und Faxdaten. Im Kundeneinsatz sind derzeit Systeme mit bis zu 60 Kanälen, die auch im Betrieb mit Line Interconnect tadellos funktionieren. Im Labor wurde bei 100 gleichzeitigen Verbindungen mit unserer Testapplikation eine CPU-Last kleiner 5% auf einem PC mit 2,0 GHz Pentium 4 CPU ermittelt.




last update: 30.07.2007

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